Die Uni Hamburg berichtet von einem aktuellen
wissenschaftlichen Test:(Zitat aus der Seite "biologie.uni-hamburg.de")
Ziel der Studie: "Untersuchung zur Wirkung von
Rabenattrappen auf Stadttauben"
Bisher angewandte Methoden zur Abwehr von Stadttauben haben nicht zum
gewünschten Erfolg geführt. Tauben werden vergiftet oder mit
empfängnisverhütenden Mitteln sterilisiert und das Taubenfüttern wurde verboten.
Aber keine Maßnahme gegen die allgemeine Taubenplage hilft wirklich.
Elektrodrähte, Spikes, Vernetzung öffentlicher Gebäude hilft punktuell gegen das
Niederlassen von Tauben, aber wie schützt man seinen eigenen Balkon?
Not macht erfinderisch. Marc Lenzen hatte in den 80er Jahren zufällig
beobachtet, wie ein Taubenschwarm von Touristen gefüttert wurde. Mitten in
diesem Schwarm saß auf einem Stein eine Rabenkrähe. Um diese herum war ein
taubenfreier Kreis von etwa 2 Metern. Als sie vom Stein hüpfte, öffnete sich der
Taubenschwarm vor ihr und schloss sich hinter ihr wieder. Dann vergaß er diese
Begebenheit wieder. Als er aber Jahre später auf seinem eigenen Balkon Tauben
hatte, fiel sie ihm spontan wieder ein. Er besorgte sich eine ausgestopfte
Rabenkrähe und er konnte feststellen, dass die Tauben das Weite suchten und nie
mehr zurückkamen.
Vor einigen Jahren trat er an das Zoologische Institut der Universität
Hamburg heran, mit der Frage, ob nicht Interesse an einer wissenschaftlichen
Untersuchung der Wirkung der Rabenkrähenattrappe bestünde. Diese
Rabenkrähenattrappe ist eine farb- und maßstabsgetreue Nachbildung der
Rabenkrähe (Corvus corone corone) aus Polyäthylen und Herr Lenzen
vertreibt diese inzwischen in Deutschland und im Ausland.
Im Rahmen dieser Untersuchung wurden in Hamburg neun Wohnblocks mit Balkonen
ausgewählt. Bei diesen Objekten handelte es sich ausschließlich um Bauten, die
in Kerngebieten der Hamburger Stadttaubenbestände lagen.
Im Zentrum des jeweiligen Untersuchungsgebietes lag ein Beobachtungsbalkon
mit einem Aufstellungsort für die Rabenkrähenattrappe. Die Inhaber der Wohnungen
mit dem Beobachtungsbalkon beschwerten sich einheitlich über Belästigungen durch
Stadttauben. Die Untersuchungsgebiete befanden sich in einem 16m, 12m, 8m und 4m
sichtbaren Umfeld um den jeweiligen Aufstellungsort der Rabenkrähenattrappe
herum. Durch die Darbietung einer Rabenkrähenattrappe vergrößerten die
Stadttauben ihren Abstand zum Aufstellungsort um durchschnittlich 2,47 m. Eine
Verringerung der Anzahl der Stadttauben zeigt sich vor allem im Radius von 4 m.
Diese Verhaltensveränderung zeigte sich ausschließlich unmittelbar nach dem
Aufstellen der Rabenkrähenattrappe. Das abweichende Verhalten der Stadttauben
unmittelbar nach dem Aufstellen wurde über die gesamte Beobachtungszeit
beibehalten. Die Rabenkrähe ist für die Stadttaube ein Feind, dem sie gegenüber
ein Schutzverhalten in Form von Meideverhalten zeigen.
Die Balkone wurden 32 Wochen lang beobachtet und in dieser Zeit waren sie
taubenfrei
Fazit der Studie: Grundsätzlich wurden nach dem Aufstellen
der Rabenkrähenattrappe keine Stadttauben mehr auf den Balkonen gesichtet.
ZITAT ENDE